Die Lodenwalke

Alte Lodenwalke - Geburtshaus von Irg und Franz Steiner

Die Ramsauer Lodenwalke ist ein alpenländischer Betrieb mit 578 Jahren Geschichte.

Die Lodenerzeugung in der Steiermark ist jahrhundertealt und mit Stolz weist man in der Ramsau am Dachstein darauf hin, dass der Lodenwalker die älteste Erzeugungsstätte des Landes ist. Es ist die Lodenwalkerei des Jörg Steiner, die bereits im Jahre 1434 in einem Urbar des Stift Admont erwähnt wird. Von einer Zinsleistung an den Grundherrn wird berichtet, mit der Zusatzeintragung „Loden, der in  vorzüglicher Güte erzeugt wird.“ Es ist auch das Geburtshaus von Georg („Irg”) und Franz Steiner, den Erstbegehern der Dachsteinsüdwand. Während Irg sich als Lebemann erwies, lernten Franz und sein jüngerer Bruder Richard das Gewerbe der Lodenwalkerei.

Geschichte des Lodens
Bereits früh verstand die Bevölkerung des obersteirischen Alpenraumes die Wolle des Schafes zur Herstellung von strapazfähiger Bekleidung zu verwenden. Der Überlieferung nach entstand der Loden vor ca. 600 Jahren durch einen Zufall. Durch die rigorose Reinigung eines Wolltuches wurde von einer Frau eines Jägers der Walkprozess erfunden. Durch dieses besondere Verfahren entstand ein äußerst dichtes Wollgewebe, strapazfähig, wasserabstoßend und mit guten Wärmeeigenschaften ausgestattet. Seinerzeit wurde die Wolle am Hof über mit Nägeln beschlagenen Brettern gekrempelt (aufgelockert) und von den Mägden zu Wolle gesponnen. Ein Weber wanderte von Hof zu Hof und erzeugte lockeres Gewebe. Dieses wurde anschließend in der Lodenwalke mit warmem Wasser und schweren Holzhämmern gewalkt und gestampft. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich aus der traditionellen Lohn-Walkerei die heutige Lodenwalke.

Das Walken
Verschiedene Schurwollsorten werden gewaschen und beim „Wolfen“ vermischt. Auf dem „Krempel“ wird die Schurwolle zu einem Vlies gekämmt und anschließend zu einem festen Garn gesponnen. Dieses wird am Webstuhl zu Stoffen verwebt und in der Walkerei durch gleichmäßigen Einfluss von Feuchtigkeit, Reibung und Wärme zu Loden verarbeitet. Misst das Gewebe vor dem Walken noch 100 m², schrumpft und verdichtet sich der Loden auf ca. 42 m². Daraus erklärt sich die Widerstandsfähigkeit und lange Lebensdauer des Lodens.

Vielseitige Produktpalette
Der wind- und wasserabweisende Loden ist Hauptbestand der Produktpalette beim Lodenwalker. Arbeits- und Trachtenbekleidung im historischen Stil und eine klassische Linie für die ganze Familie sind Tradition. Weiters haben Accessoires wie Lodensocken, Lodenfäustlinge, Lodenkappen und Walkjanker schon Kultstatus. Die neue Sportlinie „LWS“ reagiert auf neue Trends mit Funktionsbekleidung. T-Shirts aus Schurwolle, Hoodies, Skihosen, Sweater etc. bestimmen den neuen Look. Für Gruppen ab 20 Personen wird im Rahmen einer kostenlosen Führung ein Einblick in die Geschichte des Lodens und der Lodenproduktion gewährt. Geöffnet ist der  Lodenwalker von Montag bis Freitag, 8.00 h bis 18.00 h und am Samstag von 8.00 h bis 13.00 h.

Kontakt Lodenwalke Ramsau:
Rössing 122
8972 Ramsau am Dachstein
Tel.: +43 3687 81930
Email: lodenwalker@a1.net
Web: www.lodenwalker.at

 

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